Positve Einstellung trotz negativer Umgebung

....Nebst der psychischen und der somatischen Dimension (=Psychophysikum) ist in der geistigen (noetischen) Dimension erst das „Urmenschliche“, nämlich die freie Stellungnahme zu Leiblichkeit und Befindlichkeit verankert. Die logotherapeutische Devise geht über das „Erkenne dich selbst!“ hinaus und heißt: „Entscheide dich selbst!“ Sie handelt somit von der Entscheidungsmacht des Menschen. Eigenständige Willensentscheidungen, sachliches und künstlerisches Interesse, schöpferisches Gestalten, Religiosität und ethisches Empfinden, Wertverständnis und Liebe sind in der Geistigkeit des Menschen anzusiedeln. Auf welchen Pfeilern ruht diese Entscheidungsmacht? Sie beruht zum einen auf einer bewertenden, personalen, entscheidenden und einer stellungnehmenden Instanz. Diese Instanz entspricht dem Nous (griech.), also dem menschlichen Geist, in der Logotherapie. Sie ruht aber auch noch auf einem zweiten Pfeiler, nämlich der Tatsache, dass es etwas gibt wofür, oder wogegen man sich entscheiden kann. Ohne dieses Etwas wäre Entscheidung nicht möglich. Entscheidungsmacht und Sinnverständnis (Logos [greich.]) gehören somit zusammen:

 

Der gesunde Mensch steht in einem Spannungsbogen zwischen Sein und Sollen. Mit dem Sein ist die gegenwärtige (Welt-)Situation gemeint und mit dem Sollen eine (wenn auch noch so geringfügig) konstruktiv veränderte Situation. Dieses Soll zu Veränderung entstammt der eigenen Erkenntnis eines sinnvollen Zieles, das es wert ist, verwirklicht zu werden. Daraus entsteht das Bewusstsein einer konkreten Aufgabe, die sozusagen „exklusiv“ auf einen wartet, weil niemand sie zum selben Zeitpunkt, im selben Ausmaß oder in derselben Qualität erfüllen kann, wie man selbst.

Der Mensch hat aufgrund seiner geistigen (noetischen) Dimension die Fähigkeit, eine Einstellung zu ändern. Lebensförderliche Einstellungen gewähren einen höheren Abwehrschutz gegen seelische Erkrankungen und eine stärkere Belastbarkeit in Krisensituationen. Ganz besonders dienlich hierfür sind Humor (schafft Ich-Distanzierung), Perspektivenwechsel, Hypothesenbildung u.v.m.

(in Anlehnung an die Broschüre des Viktor Frankl Zentrum Wien)

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