In einem fremdbestimmten Rahmen selbstbestimmt handeln

….Solche Rahmenbedingungen rauben einem sehr viel Energie! Man fühlt sich womöglich nicht mehr frei zu handeln, reagiert nur noch und erfährt sich seinem „Schicksal“ ausgeliefert! Ich möchte in diesem Artikel einen (vielleicht neuen) Blick auf den Zusammenhang von Schicksal und Freiraum darbieten:

 

Der Mensch ist nicht frei von seinen Bedingungen, sondern frei, Stellung zu nehmen zu seiner Bedingtheit.“ (Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie)

 

Die Umstände, die man in der Schule vorfindet (s.o.), müssen nicht zwangsweise als Ursache gesehen werden. Klar, es ist einfacher alles auf die Umstände zu schieben, sich als unfrei zu deklarieren und aus dieser „Opferrolle“ heraus die Schuld etwas oder jemand anderem zu zuschieben. Doch das ist verlorene Zeit! Werden Sie als LehrerIn MitgestalterIn einer solchen Situation! Zeigen Sie sich und Ihren SchülerInnen, wie viel Potenzial in der Mitgestaltung einer vermeintlich schicksalhaften Situation steckt:

 

Als MitgestalterIn ist man frei! Und als LehrerIn frei zu handeln, heißt selbstbestimmt zu handeln!

 

Eine Abgrenzung von Freiraum und Schicksal ist somit sehr wichtig und es lohnt sich, diesen beiden für sie spezifische Attribute zu zuordnen:

Schicksal = Aufgabencharakter des Lebens

Freiraum = Antwortcharakter des menschlichen Seins

 

Eine Lehrerin kam einst auf mich zu und schilderte mir ihre Enttäuschung über eine Doppelstunde: „keiner hat aufgepasst“, „alle haben nur Blödsinn gemacht“, „es war laut“, usw. Gemeinsam haben wir ganz unkompliziert, quasi zwischen Tür und Angel erarbeitet, welche Antworten sie diesen Herausforderungen geben kann: Schnell wurde klar, dass sie grundsätzlich die Persönlichkeitsstruktur von ihren SchülerInnen erst einmal nicht ändern kann. Diese sind so wie sie sind… Des Weiteren wurde klar, wie wichtig es für sie ist, einen „gelungenen“ Unterricht definiert zu haben und auch wer sie als Lehrerin sein mag… Vor diesem Hintergrund wurden „das Schicksalhafte“ ihrer Situation definiert und, was noch viel wichtiger ist, die eigenen selbstbestimmten Handlungsmöglichkeiten, der Freiraum an Möglichkeiten, eruiert!

 

Und diese Antworten sind stets „pro Person und pro Schulsituation“ neu zu geben!

 

Also: Der erste Schritt kann sein, zu erkennen, welche Situation „schicksalhaft“ ist und welche Aufgabe diese „schicksalhafte Situation“ Ihnen und Ihrem Leben in diesem Augenblick wohl stellt. Dem schließt sich an, eine Antwort auf diese Aufgabe zu geben und so aus der Opferrolle zu schlüpfen und MitgestalterIn der eigenen Situation zu werden. Denn dann sind Sie frei, können frei wählen und erleben dadurch verANTWORTung. Meistens sind es die Ruinen, die einem die wunderbarsten Blicke auf einen solchen Sternenhimmel an Möglichkeiten erst ermöglichen. Und wo diese Ruinen auch immer liegen mögen: im Lehrerzimmer, im Klassenzimmer, in der Infrastruktur, im Kollegium, und und und… Ihr persönlicher Sternenhimmel an Möglichkeiten ist zu jederzeit darüber gespannt.

 

 

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