Warum es sich nicht nur für Promis lohnt Biographien zu verfassen...

... Wir versuchen in so vielen Situationen zu erklären, wie wir heute sind und wie wir leben, warum dies und warum jenes. Dabei haben wir für fast alles Erklärungen. So gibt es eine uralte philosophische Tradition des menschlichen Fragens, wer man denn eigentlich sei. Man sieht, jeder Mensch, der seinen Alltag besteht, tut dies. Wir können diesen reflektierenden Umgang mit unserer Lebensgeschichte also nicht einfach bleiben lassen!

Doch wann stellen wir uns eigentlich die Frage nach dem roten Faden, nach dem Sinn in unserem Leben wirklich?

Mehrheitlich sind es biographische Krisen, Lebenskrisen, Krankheitsphasen oder auch bestimmte Lebensphasen wie Alter, Jugend u.ä., in ein tieferes Fragen nach dem Sinn anregen. Aber: Was ist denn mein Leben? Was ist das WESENtliche meiner individuellen Biographie?

Die Biographie ist eine sich in der Zeit entfaltende Gestalt. Und in dieser Gestalt aus Ereignissen, Erinnerungen, Sinnbezügen, in diesem Prozesshaften, da liegt das Individuelle eines jeden Menschen. Somit ist das ICH ein Gestaltungswille, der sich zu verwirklichen sucht und insofern immer auf Zukunft angelegt ist:

Wer möchte ich im nächsten Augenblick sein?

Das ICH liegt also nicht so sehr in den einzelnen Erfahrungen, die einem Menschen widerfahren sind, sondern in dem, was dadurch an Entwicklungsmöglichkeiten freigesetzt wird!

(Quelle: Biographiearbeit - Eine kleine Einführung von Pascal Schmid-Meury)

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